U18er werden Deutscher U20-Team-Vizemeister im Berglauf

Sie haben gut lachen: Julius Bode, Lukas Schendel, Jan Luca Tanner – frisch gebackene Deutsche Vizemeister 

Nicht ganz ohne Vorbereitung, aber eher so zum Spaß und Ausprobieren, versuchten sich unsere U18-LaufTalente erstmalig im Berglauf – und da die diesjährigen Deutschen Meisterschaften im Südharz stattfanden, sozusagen um die Ecke, fand das Debüt dort in Breitungen/Werra statt.

Lukas Schendel merkte schon bald bei den ersten Anstiegen, dass die nur 24 Stunden zurückliegenden Leistungstests (DLV-Kadersichtung, Kienbaum) noch in seinen Beinen steckten. Nichtsdestotrotz kämpfte er sich durch und platzierte sich als 11. der U20-Einzelwertung. Zwei Plätze und 49 Sekunden vor ihm lief Teamkamerad Julius Bode ein, der wieder einmal auf den finalen Metern Energie für einen tollen Spurt freisetzen konnte.
Und bei Jan Luca Tanner lief es an diesem Tag, nicht völlig unerwartet, besonders gut. Er hatte sich optimal vorbereitet und auf diesen Lauf eingestellt. Kilometer für Kilometer arbeitete er sich Position für Position nach vorn und überquerte als Siebter U20er die Ziellinie unterhalb des Pleßturms.

Für die insgesamt 13,3 km, 9,3 km bergauf und 4 km bergab, benötigte unser Trio 3:20:39 (= Addition der 3 Einzelzeiten). Mit nur 86 Sekunden Rückstand auf die Siegermannschaft aus Braunschweig wurden sie Deutscher U20-Vizemeister im Berglauf. Die Bronze-Medaille ging an drei Läufer aus Fulda, die fast 6 Minuten mehr brauchten. 

Leider wird das Silber-Trio in dieser Zusammensetzung nicht mehr gemeinsam antreten. Nach gemeinsamen Mannschaftserfolgen in 2019 – Cross, Straßenlauf, und jetzt als krönender Abschluss im Berglauf – verlässt Julius Bode die LaufTalente und wird auch nicht mehr für Hannover 96 starten. Wegen zeitlicher und schulischer Gründe zieht es ihn wieder zurück in seinen Ursprungsverein, den TSV Mehrum.
Wir wünschen ihm auf diesem Weg alles Gute!


9. Platz für Debütant Dan Bürger

Auch für ihn war es das erste Mal. Nachdem er vor Wochenfrist über 10 km auf der Straße schon Deutscher Juniorenmeister mit der Mannschaft sowie Siebter im Einzel geworden ist, versuchte er sich nun in der Berglauf-Männerkonkurrenz. Sein Ziel: „unter die ersten Zwanzig“.
Doch es/er lief weitaus besser. Von Anfang an lag er so zwischen den Plätzen 8 und 12 und platzierte sich letztendlich in den Top10!

Mit seiner hervorragenden Zeit von 1:01:25 belegte Dan Bürger bei seiner ersten Berglauf-DM auf Anhieb den 9. Platz.

Zum Foto rechts:
hier ist Dan kurz vor dem Ziel zu sehen; auf der finalen 300m langen Trail-Strecke gibt er noch einmal Gas – auch wenn`s sichtbar schwer fällt.


Eigenberichte der vier erfolgreichen Protagonisten


Jan Luca Tanner
: Nachdem die Saison bis jetzt bei mir schon gut lief und ich einige neue persönliche Bestleistungen aufstellen konnte, fehlte mir trotzdem irgendwie noch mein Saisonhöhepunkt für dieses Jahr. Die deutschen Berglauf- Meisterschaften sah ich da als eine gute Option. Als letzter Wettkampf der Saison ging es also über die sehr anspruchsvolle Strecke über Stock und Stein mit insgesamt 760 Höhenmetern. Schon ab den ersten Kilometern war es ziemlich anstrengend, dennoch fand ich nach etwa 4 Kilometern mein Tempo. Jetzt hieß es: einfach durchhalten und quälen. Als es noch 300m zu laufen waren, weckte mich nochmal der Ehrgeiz und ich konnte noch zwei Läufer hinter mir lassen. Ich war überglücklich, als ich im Ziel angekommen war. Die Beine brannten, der Rücken schmerzte, aber die Quälerei hatte sich gelohnt. Deutscher Vize-Meister im Team und ein 7. Platz im Einzel in der Altersklasse U20.
Mit diesem Ergebnis war ich natürlich mehr als zufrieden. Da hatte ich also meinen Saisonhöhepunkt. Mit diesem Wettkampf geht es für mich nun in die Regenerationsphase, und anschließend in die Vorbereitung für die Wintersaison.
Auch großen Respekt an meine Jungs Julius und Lukas, ohne die der Vizemeister-Titel nicht möglich gewesen wäre.

Lukas Schendel
: Nachdem ich meinen DLV-Kadersichtungslehrgang abgeschlossen habe und es nach Breitungen ging, hab ich schon gemerkt, dass Kienbaum mir schon ein bisschen Kraft abverlangt hat, sowohl psychisch als auch physisch. Aber nicht starten oder dergleichen kam für mich gar nicht in Frage, ich hatte Bock das mit meinen Jungs zu machen. Am Anfang des Laufs lief es auch soweit ganz gut, nur als es dann angefangen hat mit Trails und den richtig steilen Stellen habe ich abgebaut. Ab da haben mich Luci und Julius auch hinter sich gelassen und ich habe mit mir selber gekämpft, weil Krämpfe in meiner Bauchmuskulatur eingesetzt haben, die ich zum Glück wieder losgeworden bin. Aber das hat mich nicht abgehalten und ich bin weitergelaufen. Auch mein Schuhwerk war nicht ganz so geeignet für die Strecke (bzw. viel zu locker geschnürt), aber das habe ich mir auch selbst zu verschulden. Am Ende bin ich aber zufrieden mit meiner Leistung. Auch wenn ich an meine obersten Grenzen gegangen bin, hat es mich motiviert das noch einmal zu machen, denn jetzt weiß ich, was ich besser machen kann. Ganz große Anerkennung an meine Jungs, die haben eine sehr starke Leistung gezeigt.
Im Ziel war ich dann 11. aus der U20 und wir als Team sind Deutscher Vize-Meister geworden. Damit haben wir eine sehr starke Leistung abgeliefert und einen guten Abschluss für unsere Saison gemacht.

Dan Bürger
: Bei der DM Berglauf habe ich zwar steile Berge erwartet, aber nicht so steile. Bis Kilometer 5 war ich sehr gut unterwegs, danach wurde es aber sehr hart. Ab Kilometer 10 war es dann ein einziger Kampf, bei dem die Beine irgendwann auch nicht mehr das machen wollten, was der Kopf ihnen sagt. Ich glaube, die letzten Meter bin ich auch eher hoch gestolpert als gelaufen. Aber es dann nach etwas über einer Stunde geschafft zu haben, war ein super Gefühl. Dass dann auch noch ein neunter Platz heraus springt, ist natürlich ein toller Bonus.

Mein Fazit zum Berglauf: Mir macht das Bergablaufen deutlich mehr Spaß als das Bergauflaufen 🙂 aber dieses Gefühl komplett an seine Grenzen zu gehen, obwohl man gerade deutlich langsamer als eine 5-min-Pace ist, hat auch einen gewissen Reiz. Ich glaube meine Beine waren selten so blau wie bei diesen Anstiegen. 

Julius Bode: Die Deutsche Berglaufmeisterschaft war meine erste Deutsche Meisterschaft und ich war dementsprechend sehr aufgeregt. 

Der Wettkampf begann und es fühlte sich sehr gut an. Die Beine waren locker und die Steigungen waren angenehm. Dann, nach fünf Kilometern kamen die Highlights der Strecke: es ging sehr hoch und nach ca. 1,4 Kilometern Höllenqualen steil runter in einem halsbrecherischen Pfad, was mir alles abverlangt hat. Darauf folgte nach einer kurzen Runde noch einmal die gleiche Steigung, diesmal nur 500m, worüber ich ganz glücklich war, dass ich jetzt den schwereren Teil der Strecke hinter mir gelassen habe.
Nach 11 km war ich dann überrascht, dass es so gut läuft, weil ich sonst nie länger als 9,5 km in den Bergen trainiert habe und es lief einfach.

Die letzten 2,3 km liefen dann wie von alleine und es ging noch ein kleiner Schlusssprint. Es war ein schöner Lauf mit einem Vizetitel und gleichzeitig ein schöner Abschluss.
Luca und Lukas haben das super gemacht. 😉

 

Breitungen, 22. September 2019