Für die Leichtathleten gab es wegen des Corona-Lockdowns im April nicht den ersehnten Start in die Freiluftsaison. Viele attraktive Meetings und auch der Großteil der Meisterschaften mussten für dieses Jahr gestrichen werden. Umso erfreulicher ist es, dass die Läufer*innen jetzt im Juli wieder „back on track“ sein können. Unter Einhaltung der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen testeten die LaufTalente ihre aktuelle Form.

3.000-Meter-Telis-Challenge

So viel sei schon mal verraten: Die Fahrt nach Regensburg hat sich gelohnt. Im Mittelpunkt der LG-Regensburg-Veranstaltung standen zehn (!) 3.000m-Läufe. Im 3. Lauf hatte Saskia Müller (Frauen) ihren Auftritt. Bei idealem Laufwetter lief sie höchst motiviert an – vielleicht ein wenig zu forsch? „Auf der 2. Hälfte des Rennens wurden meine Beine von Runde zu Runde schwerer”, konstatierte Saskia abschließend. Nichtsdestotrotz lieferte sie mit 10:51,55 Minuten eine solide Leistung in der stark besetzten Frauenkonkurrenz ab. 20 Minuten später, im Lauf Nr. 5, trat Saskia wiederum in Aktion, diesmal als Trainerin des Nachwuchsathleten Bjarne Bernstein (siehe Foto). Dieser erwischte ein für ihn ideales Rennen. Durchweg konnte Bjarne sich in der schnellen Spitzengruppe aufhalten und in der Finalrunde griff er sogar den Führenden an, der diesmal aber „noch ne Nummer zu groß“ war. Der 14-jährige Bjarne wurde nicht nur beachtlicher Zweiter, sondern mit 9:29,50 Minuten vollzog er einen „Quantensprung“ und steigerte seine Persönliche  Bestleistung (PB) aus dem Jahr 2019 um fast 1 Minute! 

Im siebten Lauf sollte für Lukas Schendel (siehe rechts) ein Leistungstraum in Erfüllung gehen. Er, der U20-Hindernisläufer, der bislang nur wenige Rennen über diese Flachdistanz absolvierte, wollte nun endlich die Neun-Minuten-Grenze durchbrechen. Seine Einstellung stimmte und die Konkurrenz war schnell genug. Insofern ließ Lukas sich mitziehen und achtete „nebenbei“ auf die Einhaltung der Zwischenzeiten. Wenngleich es zum Schluss „schon richtig weh tat”, so ließ er sich seine neue Bestmarke nicht mehr nehmen: 8:56,90 Minuten.

Um 21.20 Uhr hatte das lange Warten für Dan Bürger (siehe unten) endlich ein Ende. Er startete im 10. und letzten und schnellsten 3.000er an diesem Abend. Im Laufstil erheblich verbessert, drehte er scheinbar locker seine Runden. Trotz Tempoeinbußen auf dem letzten Kilometer war und blieb Dan auf PB-Kurs. Mit 8:27,91 blieb er erstmals unter achteinhalb Minuten und belegte in der Männerklasse den 14. Platz von 50!


#backontrack-Meeting, Dortmund

(elge) Was für ein Erlebnis! Nicht nur, dass viele unserer LaufTalente ihren ersten Lauf seit dem Corona-Lockdown hatten, sondern diesen auch noch in dem beeindruckenden Stadion „Rote Erde“.

Lennart Langschwadt (Foto oben; 2. von li) startete auf den 3.000m als erstes. Er beendete den Lauf mit einer neuen PB von 9:23,79 Minuten. Mit dieser Zeit erreichte er den 3. Platz in seinem Lauf. Danach war Alissa Lange (Startnummer 784) dran. Alissa lief über die 3.000m der Frauen eine 11:16,27 min., was nicht die persönliche Bestzeit war. Dennoch konnte sie acht Läuferinnen hinter sich lassen.

Nach langem Warten konnten dann auch unsere 800m-Läufer starten. Bjarne Bernstein (108) machte den Anfang und musste in seinem Lauf mit viel Gedränge klar kommen. Trotz des ruppigen Laufes erreichte Bjarne eine neue PB von 2:06,75. Danach kam der Lauf des „Freundes der LaufTalente“ Marten Müller. Dieser startete für den TSV Mehrum im 6. Lauf. Marten musste sich in einem engen Feld behaupten und blieb wie Bjarne mit 2:08,81 knapp unter seiner alten PB. In einem spannenden Schlusssprint erreichte er den 3. Platz in seinem Lauf.

Bis zum Ende warten mussten Felix Zupke (111) und Elias Geffert (109) auf ihren 800m-Lauf und wurden dafür um 22 Uhr mit einem Flutlichtlauf belohnt. Unglücklicherweise hatten sie vorab Pech mit der Laufeinteilung gehabt. Vorne weg in ihrem Rennen startete ein Läufer der 1:58 laufen wollte. Und unsere Jungs im Sprint hinterher, was Durchgangszeiten bei 200m in 28 sec und 30 sec waren. Am Ende mussten beide dann sehr kämpfen und kamen mit der ersten Zeit auf 800m (2:17,00) für Felix und einer neuen PB (2:17,10) für Elias ins Ziel.


Deutsche Hindernis-Elite in Leipzig

Lennart Mesecke absolvierte eine umfangreiche einwöchige Leistungsdiagnostik in Leipzig und startete am Sonntag im 2.000m Hindernisrennen gegen die versammelte nationale Spitze. Bei dem sehr hohen Anfangstempo hielt sich Lennart anfangs bewusst ein wenig zurück, um dann auf der zweiten Rennhälfte aufzudrehen und mit einem starken Spurt einen 4. Platz zu erkämpfen. Die Uhr stoppte bei 5:34,84 min – eine Verbesserung der PB um 8,5 Sekunden!
„Ich bin mit diesem Einstieg in die Saison sehr zufrieden und freue mich auf mein nächstes Hindernisrennen in knapp zwei Wochen in Regensburg”, sagte er.
Am Wassergraben: Lennart Mesecke mit der Startnummer 60.
Lukas Schendel (Foto rechts; Nr. 45) „noch“ sehr gut im Rennen

Zusätzlich zu den Läufen der Aktiven fand ein hochklassiger Jugendwettbewerb statt. Lukas Schendel (U20) musste ebenfalls auf die 2.000m lange Hindernisstrecke.
Hier sein Eigenbericht:
„Es war mein erstes Hindernisrennen in diesem Jahr und ich war ordentlich aufgeregt. Es lief erstmal ganz normal, bis ich dann in der 4. Runde am Wassergraben und noch über das letzte Hindernis vor dem Ziel gestürzt bin. Somit war die ganze Aktion ein ’Schuss in den Ofen’. Ich muss es abhaken und weitermachen.”

Regensburg, 04. Juli 2020
Dortmund, 11. Juli 2020
Leipzig, 12. Juli 2020